Leistungen
Moderne neurologische Diagnostik — präzise, schonend und auf Ihre Beschwerden abgestimmt.
Elektroneurographie (ENG)
Messung der Nervenleitung durch Ableitung von Impulsen mit Klebeelektroden auf der Hautoberfläche. Durch elektrische Reizung von Nerven mit sehr niedrigen Stromstärken wird ein elektrisches Potential erzeugt, dessen Ausbreitung in Stärke und Zeit gemessen werden kann.
Die Untersuchung ist an sich schmerzfrei. Einige Patienten empfinden die Stromimpulse als etwas unangenehm.
Wann ist diese Untersuchung sinnvoll?
- Kribbeln, Taubheit oder «Einschlafen» der Hand — Verdacht auf Carpaltunnelsyndrom
- Taubheitsgefühle oder Brennen in den Füssen — Abklärung einer Polyneuropathie
- Ausstrahlende Schmerzen oder Kraftverlust — Hinweis auf eingeklemmte Nervenwurzel
- Lähmungserscheinungen nach Unfall oder Operation
- Schwäche im Fuss («Fallfuss») — Schädigung des Wadenbeinnervs
Elektromyographie (EMG)
Ein diagnostisches Verfahren, mit dem die elektrische Aktivität von Muskeln gemessen wird. Vereinfacht gesagt: Es wird untersucht, ob Nerven und Muskeln noch «richtig miteinander reden». Hierbei wird eine hauchdünne Nadelelektrode direkt in den Muskel eingeführt.
Eine Verletzung wichtiger Strukturen ist ausgeschlossen. Manchmal verspürt man am nächsten Tag einen leichten Muskelkater.
Wann ist diese Untersuchung sinnvoll?
- Unklare Muskelschwäche — Klärung, ob Nerv oder Muskel betroffen ist
- Muskelschwund oder sichtbares Muskelzucken
- Verdacht auf Nervenwurzelreizung, ergänzend zur ENG
- Verdacht auf Muskelerkrankung (Myopathie)
- Beurteilung des Heilungsverlaufs nach Nervenverletzung
Neurovaskulärer Ultraschall
Eine schmerzfreie, nicht-invasive Untersuchungsmethode, mit der wir die Blutgefässe visualisieren, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Untersucht werden primär die Halsschlagadern und Wirbelarterien sowie die Gefässe im Kopf.
Die Untersuchung ist schmerzlos und ungefährlich.
Wann ist diese Untersuchung sinnvoll?
- Nach Schlaganfall oder TIA — Ursachensuche und Risikobeurteilung
- Plötzliche Sehstörungen oder Sprachstörungen
- Vorsorge bei erhöhtem Risiko (Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen)
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
- Pulssynchrone Ohrgeräusche — Hinweis auf Gefässverengung
- Kontrolle bekannter Gefässveränderungen
Visuell evozierte Potentiale (VEP)
Messung der elektrischen Hirnaktivität als Antwort auf visuelle Reize. Dabei blicken Sie auf ein Schachbrettmuster auf einem Bildschirm, während die Reaktion der Sehrinde über Elektroden auf der Kopfhaut abgeleitet wird.
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 60 Minuten.
Wann ist diese Untersuchung sinnvoll?
- Sehstörungen unklarer Ursache — Abklärung einer Sehnerventzündung
- Verdacht auf Multiple Sklerose
- Kontrolluntersuchung bei bekannter MS
- Verschwommenes Sehen oder Farbsinnstörungen
Somatosensibel evozierte Potentiale (SEP)
Messung der Reizleitung entlang der sensiblen Nervenbahnen vom Arm oder Bein bis zum Gehirn. Durch eine leichte elektrische Stimulation am Handgelenk oder Fussknöchel wird die Signalweiterleitung über das Rückenmark bis zur Hirnrinde erfasst.
Die Untersuchung ist schmerzarm und dauert etwa 60 Minuten.
Wann ist diese Untersuchung sinnvoll?
- Taubheitsgefühle oder Gefühlsstörungen in Armen und Beinen
- Verdacht auf Rückenmarksschädigung (Myelopathie)
- Abklärung bei Multipler Sklerose
- Gangstörungen unklarer Ursache
Elektroenzephalographie (EEG)
Ableitung der elektrischen Hirnaktivität über Elektroden auf der Kopfhaut. Das EEG zeichnet Hirnströme auf und ermöglicht Rückschlüsse auf die Funktion der Hirnrinde — sowohl in Ruhe als auch unter Provokation.
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 60 Minuten.
Wann ist diese Untersuchung sinnvoll?
- Abklärung bei Verdacht auf Epilepsie
- Anfallsartige Bewusstseinsstörungen oder Aussetzer
- Unklare Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheitszustände
- Verlaufskontrolle bei bekannter Epilepsie
- Abklärung von Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
Lumbalpunktion
Entnahme einer kleinen Menge Nervenwasser (Liquor) aus dem Wirbelkanal im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Analyse des Liquors gibt Aufschluss über entzündliche, infektiöse oder degenerative Erkrankungen des Nervensystems. Bei der Punktion können keine wichtigen Strukturen verletzt werden.
Im Anschluss bleiben Sie etwa eine Stunde zur Beobachtung liegend in der Praxis. Danach dürfen Sie nach Hause gehen — bitte schonen Sie sich für den Rest des Tages.
Aufklärungsbogen zur Lumbalpunktion herunterladen (PDF)
Wann ist diese Untersuchung sinnvoll?
- Verdacht auf Hirnhautentzündung (Meningitis)
- Abklärung bei Verdacht auf Multiple Sklerose
- Diagnostik von Demenzerkrankungen (z. B. Alzheimer-Biomarker)
- Verdacht auf Hirndruck-Erkrankungen (Normaldruckhydrozephalus)
- Unklare Entzündungen des Nervensystems